Diese Schutzwesten werden wir kaufen. Aufnahme in Luzk am 13.03.2022


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17.03.2022

Spendenaufruf: Schutzwesten für die Ukraine

Wir bringen Schutzwesten dorthin, wo sie Leben retten. Allerdings können wir dieses Projekt nicht alleine stemmen – wir brauchen eure Unterstützung! 10% der Kosten trägt unser Verein. Für den Rest brauchen wir euch. 

Liebe Partner*innen und Freund*innen, 
liebe Leute,  
 
die Ereignisse in der Ukraine bedrücken uns alle sehr. 

Wir wollen als Organisation einen Beitrag leisten, die Menschen dort zu unterstützen. 

Die ukrainische Regierung hat die Bevölkerung aufgerufen, sich dem bewaffneten Widerstand gegen die russische Invasion anzuschließen. Tausende sind diesem Aufruf gefolgt. Aber sie sind nicht ausreichend ausgestattet und viele unter ihnen hatten noch nie eine Waffe in der Hand.    

Das sind ganz normale Leute – wie ihr, wie wir – die große Angst haben. Diesen zivilen Verteidigungseinheiten fehlt es an vielen Dingen. Von unseren Partnerorganisationen in der Ukraine und über unsere ukrainischen Kolleg*innen wissen wir, dass ganz besonders dringender Bedarf an kugelsicheren Schutzwesten besteht. Herstellerfirmen scheuen aktuell den direkten Verkauf in die Ukraine. Deswegen braucht es uns. Uns alle. 

Wir haben bereits Schutzwesten im Wert von 10.000 EUR vorbestellt. Allerdings können wir dieses Projekt nicht alleine stemmen – wir brauchen eure Unterstützung! 10% der Kosten trägt unser Verein. Für den Rest brauchen wir euch. 

Einfache Sache: Wir bringen Schutzwesten dorthin, wo sie Leben retten, ihr helft dabei mit, und die erste Lieferung ist nur der Anfang. 

Alle Hintergrundinformationen findet Ihr unten.  

Wir freuen uns auf Eure Unterstützung.  

Kateryna Pavlova, Florian Dunkel und Andreas Muckenfuß 
zusammen mit unserem ganzen Berliner Team und unseren Partner*innen in der Ukraine. 

SPENDENKONTO 

IBAN: DE25 1203 0000 1005 3662 71 
BIC: BYLADEM1001 
PayPal: muckenfuss@crisp-berlin.org  

Verwendungszweck: „Schutzwesten“  

Alle Spender*innen (ab 100€) erhalten eine Spendenbescheinigung. Dafür bitte den Verwendungszweck ergänzen: „Schutzwesten“ + „Dein Name“ + „Deine Adresse“ +  „Deine Email-Adresse“ 

WER WIR SIND

CRISP ist ein gemeinnütziger Verein (Berlin), der sich seit 2013 in der zivilen Konfliktbearbeitung in der Ukraine engagiert. Vier unserer aktuellen Mitarbeiter*innen sind aus der Ukraine. Wir sind eng mit dem freiwilligen Hilfszentrum der Streitkräfte der Ukraine "ANGAR", das dank der gemeinsamen Bemühungen der Volyn Regional Charitable Foundation "Commonwealth-Volyn" (Direktorin Olga Valyanik) und der NGO "Creative Association "Garmyder"(Direktorin Ruslana Porytska) verbunden.  

UNSER PLAN 

Durch intensive Bemühungen haben wir einen Weg gefunden direkt beim Hersteller in Großbritannien einzukaufen. Wir haben kugelsichere Schutzwesten im Wert von 10.000 EUR vorbestellt. Diese werden an unsere Berliner Adresse geliefert. Von hier geht es dann mit einem privaten Kleintransporter an die polnisch-ukrainische Grenze. Im polnischen Grenzort Hrubieszów übergeben wir Schutzwesten an Mitglieder unserer Partnerorganisation "SPIVDRUZHNIST-VOLYN". Diese sorgen für den Weitertransport nach Luzk, von wo sie dann weiter nach Osten verteilt werden. 

Bei dem Testlauf am 13.03.2022 gab es keinerlei Probleme.

POLITISCHE MOTIVATION  

Wir können uns keine bessere Regierungsform vorstellen als eine funktionierende Demokratie, auch wenn diese anstrengende gesellschaftliche Aushandlungsprozesse beinhaltet und zu suboptimalen Kompromisslösungen führen kann.   

Die Menschen in der Ukraine haben für ihre Demokratie gekämpft (Euromaidan 2013/14) und weiter daran gearbeitet. Es gibt freie und faire Wahlen, gewaltfreie Machtübergaben, eine freie Presse und vor allem eine immer aktiver werdende Zivilgesellschaft. Bei unserer Arbeit vor Ort waren wir immer wieder beeindruckt, wie sich „die ukrainische Demokratie“ Stück für Stück entwickelte und wie sehr sich die Menschen damit identifizieren.  

Nun wird die Ukraine für ihre demokratische Entwicklung bestraft. Durch einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg, der als erklärtes Ziel die Absetzung der frei und demokratisch gewählten ukrainischen Regierung hat. 

Aber es geht hier nicht nur um die Ukraine. Für uns und wahrscheinlich auch für euch geht es hier um die große Frage, in welchen Gesellschaften wir leben wollen. In unserer unmittelbaren Nachbarschaft soll eine aufstrebende Demokratie ausradiert werden. Da können wir nicht einfach zuschauen. Es ist an uns ALLEN, nun etwas zu tun.   

Uns ist klar, dass wir uns mit einem Spendenaufruf zur Finanzierung von militärischer Ausrüstung – und sei sie auch rein defensiver Natur – auf ungewohntes und für viele, auch für uns, unbehagliches Terrain bewegen. Warum nicht dasselbe Geld in einen humanitären Hilfskonvoi nach Mariupol investieren, wo unvorstellbares Elend herrscht? Warum nicht 20 Tonnen Reis anstelle von 20 Schutzwesten? Das ist der deutschen Spendenkultur fremd, und es ist auch für CRISP als Organisation, die seit vielen Jahren weltweit explizit Friedensarbeit beitreibt, eine beispiellose Entscheidung. 

Wir treffen sie nicht leichtfertig, aber wir glauben, dass wir durch unsere speziellen Verbindungen in die Ukraine in einer einzigartigen Position sind – einer Position, die es uns erlaubt, auf eine Art zu helfen, die anderen Organisationen so nicht möglich ist.  

Unser Aufruf versteht sich also nicht als Gegenmodell, sondern als Ergänzung der absolut unentbehrlichen humanitären Hilfe, die andere Organisationen und Privatleute auf die Beine stellen.  

Die zivilen Verteidigungskräfte in der Ukraine haben derzeit unseres Wissens kaum andere Möglichkeiten, an die dringend benötigte Ausrüstung zu kommen, sie sind dem russischen Feuer schutzlos ausgeliefert.  

Wir als Verein können hier einen echten Unterschied machen.  

Und wir hoffen sehr, ihr könnt diesen Schritt mit uns gehen. 

Diese Schutzwesten werden wir kaufen. Aufnahme in Luzk am 13.03.2022